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IG Metall Pforzheim

IG Metall Geschäftsstelle Pforzheim



Schwerbehindertenvertreter:

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20.02.2019 Schwerbehindertenvertreter leisten wichtige Arbeit für Behinderte in den Betrieben

Wie die IG Metall Pforzheim mitteilt wurden in 31 Metallbetrieben im Enzkreis die Schwerbehinderten zum Jahresende 2018 neu gewählt. Voraussetzung für die Wahl einer Schwerbehindertenvertretung (SBV) sind mindestens 5 schwerbehinderte Beschäftigte im Betrieb.
Die Wahl stand unter dem Motto: "Gute Arbeit - barrierefrei"

"75% von ihnen waren bereits vor der Wahl als Schwerbehindertenvertreter aktiv. 87,1% sind Mitglied der IG Metall," so der Sprecher der IG Metall Pforzheim Arno Rastetter.

Der Schwerbehindertenvertreter der Firma Witzenmann, Holger Beisel erklärt, dass ein großer Teil seiner Arbeit die Suche und Erstellung sogenannter leidensgerechter Arbeitsplätze sei. Hierbei wäre eine enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber, Betriebsrat und den unterschiedlichen Kostenträgern, wie der Rentenversicherung, dem Integrationsamt (Fachdienst) oder der Agentur für Arbeit unerlässlich, so Beisel. Auch die Überwachung der Informationspflicht der Arbeitgeber gegenüber der Schwerbehindertenvertretern bei jeglichen Änderungen, die schwerbehinderte Arbeitnehmer/innen betreffen, sei ihm sehr wichtig, da dies manchmal vom Arbeitgeber versäumt werde. Weiter erklärt er: "Es ist als Schwerbehindertenvertreter erforderlich ein Netzwerk aufzubauen und dazu gehört auch die enge und produktive Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern der örtlichen IG Metall."

"Die SBV unterstützt die Betroffenen bei Anträgen an die nach § 152 Abs. 1 SGB IX zuständigen Behörden auf Feststellung einer Behinderung, ihres Grades und einer Schwerbehinderung sowie bei Anträgen auf Gleichstellung an die Agentur für Arbeit," erklärt der zuständige Sekretär der IG Metall Pforzheim, Rolf Nutzenberger.

Seit der Novellierung des SGB IX 2017 muss die Schwerbehindertenvertretung ebenso wie der Betriebsrat vor jeder geplanten Kündigung von Beschäftigten vom Arbeitgeber gehört werden. Erfolgt diese Anhörung nicht, kann die Kündigung durch die Betroffenen auf jeden Fall erfolgreich vor dem Arbeitsgericht angefochten werden, so Nutzenberger weiter.

Thomas Kropp Schwerbehindertenvertreter der Firma Mahle Behr in Mühlacker stellt fest, dass gerade in der Zeit von fortschreitender Automatisierung und Industrie 4.0, eine gute Zusammenarbeit mit der IG Metall, sowie Netzwerken zu Schwerbehindertenvertretern der ansässigen Firmen im Enzkreis wichtig sei. Deshalb sei der neu gegründete Arbeitskreis der Schwerbehindertenvertreter, die sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch bei der IG Metall treffen, von besonderer Wichtigkeit.

Die herausragende Aufgabe für die Schwerbehindertenvertretung sei es, den erkrankten Beschäftigten einen leidensgerechten und ergonomischen Arbeitsplatz zu erhalten und einzurichten. "Die Schwerbehindertenvertretung ist bei Mahle Behr auch in dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) mit einzubeziehen, da Sie hier eine beratende Funktion ausübt, um ihren Kolleginnen und Kollegen zur Seite zu stehen, wenn z.B. eine Wiedereingliederung oder Veränderungen am Arbeitsplatz ansteht", so Kropp.

"Durch die Novellierung des SGB IX im Jahr 2017 sind die Rechte und Pflichten der Schwerbehindertenvertreter und ihren Stellvertretern gestärkt worden was vor allem für die Stellvertreter sehr wichtig ist, um ihr Amt richtig ausüben zu können. Ebenfalls gestärt wurden die Freistellungs- und Schulungsansprüche", so Kropp weiter. Seit diesem Zeitpunkt sei er als Schwerbehindertenvertreter von seiner übrigen Arbeit auch freigestellt, da es bei Mahle Behr weit über 100 schwerbehinderte Beschäftigte gäbe.

Ähnlich wie der Betriebsrat hat die Schwerbehindertenvertretung darauf zu achten, dass geltende Gesetze, Verordnungen, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen durchgeführt werden und die dem Arbeitgeber obliegenden Verpflichtungen gegenüber den Schwerbehinderten erfüllt werden.

Durch das Bundesteilhabegesetz änderte sich auch einiges im Schwerbehindertenrecht. Das SGB IX in seiner neuen Fassung existiert seit Anfang 2018.

Letzte Änderung: 15.02.2019


Adresse:

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Telefon: +49 (7231) 1570-0 | Telefax: +49 (7231) 1570-50 | | Web: www.pforzheim.igm.de

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