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IG Metall Pforzheim

IG Metall Geschäftsstelle Pforzheim



Warnstreik bei Harman Becker

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06.05.2013 450 Beschäftigte streiken für 5,5% mehr Geld und Beschäftigungssicherung.

Über 450 Beschäftigte haben sich nach Angaben der IG Metall beim Warnstreik beteiligt.
So viele wie noch nie, so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim. Neben den Beschäftigten der Produktion haben sich auch zahlreiche Entwickler und Beschäftigte aus dem indirekten Bereich beteiligt, erklärte Kunzmann von der IG Metall.

Dem Warnstreik vorausgegangen war die Fortsetzung der am 24. April unterbrochenen Betriebsversammlung. Diese wurde nicht beendet sondern nur unterbrochen weil die Geschäftsleitung den Beschäftigten eine Antwort schuldig blieb, wie die Auslastung der Produktion neben dem Anlauf des NTG 5 für die Mercedes S Klasse gewährleistet werden kann. Der Betriebsrat halt hierfür die Produktion des NTG 5 auch für die C Klasse am Standort Ittersbach für notwendig.

Nach Angaben der IG Metall ist die Geschäftsleitung zur Betriebsversammlung erst gar nicht erschienen. Begründet hatte sie den Schritt gegenüber dem Betriebsrat damit, dass sie das Thema mit dem Betriebsrat intern und nicht in der Betriebsöffentlichkeit diskutieren wolle.

Dafür haben die Beschäftigten keinerlei Verständnis, so der Betriebsratsvorsitzende Klaus Rupp. Es geht ja schließlich um Ihre Zukunft bei Harman Becker. Der Betriebsrat sieht im Verhalten der Geschäftsleitung nicht die gesamte Gerätegeneration NTG 5 in Ittersbach zu bauen eine Verletzung des erst im Dezember 2011 geschlossenen Beschäftigungssicherungstarifvertrags.

Während des Warnstreiks und der Kundgebung vor dem Werkstor stand dann die gesamte Produktion bei Harman still, so der Sprecher der IG Metall Pforzheim.

Die Stimmung war entsprechend aufgeheizt. Viele Beschäftigte hatten eigens zur Kundgebung eigene Plakate gefertigt.

Wir sollen das letzte Hemd ausziehen damit sich die Aktionäre die Bäuche vollstopfen können, so der Betriebsratsvorsitzende Klaus Rupp bei der Kundgebung.
"Aber das ist mit uns nicht zu machen, wir fordern unseren gerechten Anteil, wir fordern 5,5% rief er unter tosendem Beifall in die Menge ."

"Wenn ich hier das Plakat sehe, dass ein Herr Paliwal der CEO der Harman International jährlich 30 Millionen aus dem Unternehmen schleppt um sich auf unsere Kosten teure Wohnungen zu kaufen dann sieht man dass hier ein ganzes System aus den Fugen geraten ist, so Klaus Rupp weiter."

Martin Kunzmann 1. Bevollmächtigter der IG Metall Pforzheim bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als völlig inakzeptabel. Es ist eine doppelte 0 Nummer. Er soll es zwei Monate nichts geben, danach soll nicht einmal die Inflation ausgeglichen werden so Kunzmann.
Die 2,3% sind nach seiner Ansicht eine Mogelpackung. "Wir brauchen einen Abschluss der die Binnennachfrage stärkt und somit die wirtschaftliche Entwicklung stabilisiert, so Kunzmann weiter. Dass sich die Beschäftigten nicht mit Almosen abspeisen lassen haben sie mit ihrer Teilnahme an dem heutigen Warnstreik gezeigt. Kunzmann kündigt für die nächsten Tage weitere Warnstreiks an.

Die Betriebsratsvorsitzende der Firma Pentair Schroff Caroline Loesgen-Decker die zusammen mit mehr als 60 ihrer Kolleginnen und Kollegen gekommen war verurteilte das Verhalten beider amerikanischen Konzerne scharf.

"Die Aktionäre und die Konzern-Mütter wollen Gewinne. Sie nehmen keine Rücksicht auf die Beschäftigten und noch schlimmer, sie wollen nicht einmal vernünftige Entgelte für die gute Leistung ihrer Beschäftigten zahlen, rief sie den Streikenden zu."

Ich nenne das unmoralisch. Deshalb ist es nicht mehr als gerechtfertigt, wenn wir heute hier stehen und streiken und uns für eine gerechte Entgeltsteigerung von 5,5% stark machen.
Die Aktionäre der Konzerne, für die wir arbeiten und ihre Manager schöpfen den Rahm ab und wir sollen mit Magermilch bei Kräften bleiben.

Nein, so geht das nicht rief sie unter dem Applaus der Streikenden.

Die IG Metall Pforzheim sieht sich für die weitere Tarifauseinandersetzung gut gerüstet. Bereits heut Abend werden die Beschäftigten der Spätschicht bei Harman Becker die Arbeit zwei Stunden früher beenden und am Morgen folgt die Nachtschicht. Am Dienstag werden die Warnstreiks beim größten Arbeitgeber der Region der Firma Behr in Mühlacker fortgesetzt teilt die IG Metall Pforzheim mit.

Anhang:

Kundgebung Harman Becker

Kundgebung Harman Becker

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Letzte Änderung: 06.05.2013


Adresse:

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Telefon: +49 (7231) 1570-0 | Telefax: +49 (7231) 1570-50 | | Web: www.pforzheim.igm.de

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